Le Tour de France 2003 Berichte & Bilder

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Tour de France 2003

Die Jubiläums-Tour - ein dreiwöchiger Krimi

Zweikampf elektrisierte die Fans

Es dauerte bis zum vorletzten Tag: Erst mit dem Zeitfahren war der dreiwöchige Tour-Krimi endgültig zugunsten Lance Armstrongs entschieden. Der Texaner hat damit seinen fünften Tour-Sieg in der Tasche. Doch nie zuvor musste er so hart für den Erfolg kämpfen.

Als Lance Armstrong am Samstag (26.07.03)auf der Zielgeraden des Zeitfahrens die rechte Faust ballte, platzte die Erleichterung regelrecht aus dem ansonsten so kühl daherkommenden Texaner heraus: Geschafft! Angriff abgewehrt - doch es war ein hartes Stück Arbeit. Jan Ullrich hat dem Tour-Dominator der vergangenen Jahre zugesetzt wie sonst niemand zuvor bei der Tour.

Armstrong - der strahlende Sieger. Doch die Spekulationen, die schon während der drei Wochen im Peloton kursierten, werden erst einmal weitergehen: Wäre Armstrong auch der Sieger gewesen, wenn Jan Ullrich ein stärkeres Team an seiner Seite gehabt hätte? Ist das Mannschaftszeitfahren, bei dem Ullrich mit seinem Team wichtige Sekunden verlor, gerecht? War es sportlich von Lance Armstrong in Ordnung, nach seinem Sturz hinauf nach Luz-Ardiden gleich anzugreifen? Hätte Jan Ullrich den abschließenden Zeitfahr-Parcours besser besichtigen müssen? Fragen, die noch lange für Diskussionen sorgen werden und vor allem eines bewirken: Die Radsport-Welt freut sich schon jetzt auf die nächste Tour de France.

Ullrich unbemerkt mit Fieber unterwegs
Beim Prolog am 5. Juli bekamen die Betrachter bereits einen klitzekleinen Hinweis auf die bröckelnde Dominanz des Dominators: Lance Armstrong verlor fünf Sekunden auf Jan Ullrich. Eine Scharte, die der Texaner allerdings vier Tage später mit Hilfe seines dominierenden Teams beim Mannschaftszeitfahren wieder auswetzte: Weil US Postal 43 Sekunden auf Bianchi gutmachen konnte, lag Ullrich nunmehr 38 Sekunden zurück. Was die Öffentlichkeit nicht wusste: Ullrich kämpfte an diesem und den darauffolgenden Tagen mit einer Grippe, fuhr mit 39 Grad Fieber. Glück für den Deutschen, dass er sich auf relativ leichten Etappen ohne weiteren Zeitverlust in die Alpen retten konnte.
Nach der ersten schweren Bergankunft hinauf nach L'Alpe d' Huez stand fest, dass gleich mehrere Herausforderer am Thron des Amerikaners rütteln würden: Joseba Beloki, Iban Mayo, Alexandre Vinokourov und Tyler Hamilton zeigten, dass sie neben Ullrich das Zeug zum Herausforderer haben. Ein Eindruck, den Telekom-Kapitän Vinokourov am nächsten Tag noch verstärkte, als er auf der Etappe nach Gap 36 Sekunden auf Armstrong und die anderen gutmachen konnte. Das Aus bedeutete dieser Tag hingegen für Joseba Beloki: Der Once-Kapitän stürzte auf einer Abfahrt schwer und schied mit mehreren Knochenbrüchen aus.

Armstrong wie Phönix aus der Asche
Das dickste Ausrufezeichen setzte aber zweifellos Jan Ullrich mit seiner überragenden Leistung beim ersten langen Zeitfahren. Der Rostocker nahm dem Amerikaner mehr als eineinhalb Minuten ab, schien in den Bergen stark. Armstrongs Vorsprung wurde immer kleiner. Doch der Postal-Kapitän konterte - als niemand damit rechnete, nach einem Sturz.
Grün - eine Sache für die "Aussies"
Die Story um das Grüne Trikot ist vergleichsweise schnell erzählt: Nach den hektischen Sprint-Etappen in der ersten Tour-Woche, als Alessandro Petacchi gleich viermal den Tagessieg für Fassa Bortolo einfuhr, war eines klar: Erik Zabel würde diesmal nicht wirklich in den Kampf um Grün eingreifen können. Fehlende Endgeschwindigkeit im Kampf um Etappensiege sowie leichte Motivationsprobleme in den lästigen Zwischensprints ließen den Mann aus Unna aus dem Kandidatenkreis ausscheiden. Und als sich Petacchi gleich am ersten Anstieg aus der Tour verabschiedete, war der Weg für die "Aussies" frei: Baden Cooke übernahm Grün, das er letztlich auch behielt, wenngleich er es nach der 18. Etappe zwischenzeitlich noch einmal an seinen Landsmann Robbie McEwen abgeben musste.

Bergtrikot - Virenque zum Sechsten,Nach dem üblichen Geplänkel auf den ersten Etappen ums Trikot des Bergbesten schlug Richard Virenque auf der ersten richtigen Bergetappe gleich entscheidend zu: Am 12. Juli riss er gemeinsam mit Rolf Aldag und Paolo Bettini aus und sicherte sich neben dem Tagessieg die Führung in der Wertung um das gepunktete Leibchen. Eine Führung, die er auf den kommenden Tagesabschnitten kontinuierlich ausbaute. Erstens, weil er sich auf nichts anderes mehr konzentrierte, und zweitens, weil sich kein ernstzunehmender Konkurrent herauskristallisierte. So bekam Virenque sein sechstes Bergtrikot quasi kampflos geschenkt.

"So heiß war's noch nie..."
...stöhnte nicht nur Udo Bölts, der sich bei seiner zwölften Tour-Teilnahme mit einer erneuten soliden Gesamtleistung vom Peloton verabschiedete. Der Heltersberger wird seine aktive Karriere nach der Saison an den Nagel hängen. Bis auf die letzten vier Tage litten die Pedaleure unter der Hitzewelle in Frankreich, die wirklich alles aus den gestressten Körpern der Profis herausholte. Nicht alle hielten den Belastungen stand: Über 40 Fahrer stiegen diesmal im Laufe der drei Wochen frühzeitig vom Rad, die meisten mussten körperlichen Einbrüchen Tribut zollen.

Le Tour de France 2004 Berichte & Bilder

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